Dragon Master *
Anfang der Neunziger produzierte man in Memphis einen peinlichen
Wrestler nach dem anderen. Es gab Christmas Creature, es gab
Nightmare Freddy, und viele weitere. Eines dieser Gimmicks war
der Dragon Master.
Dieser Dragon Master hat absolut keine Verbindung zu Kazuo Sakurada
(Kendo Nagasaki), der diesen Namen auch nutzte, als er gemeinsam
mit Gary Hart und dem Great Muta in der NWA war. Dieser Dragon
Master war ein 2,10 Meter großer Typ. Sein richtiger Name
war war Gary Rich oder Gary Masters, und er war vorher in der
gleichen Region unter dem Namen Cyclops angetreten. Gemanagt
von Bert Prentice schaffte es Dragon Master sogar, Jerry Lawler
am 26. August 1991 den USWA-Titel abzunehmen. Eine Woche später
verlor er ihn aber wieder an ihn.
Bemerkenswert war das Debüt des Dragon Master. Zuerst wurde
ein Videoclip gezeigt, in dem man ihn in voller Größe
sah. Dann schob Bert Prentice eine riesige Kiste in die Halle,
und schimpfte in einer Promo eine Runde über Jerry Lawler.
Dann öffnete sich die Kiste und der Dragon Master entstieg
ihr. Dabei wäre er fast herausgefallen, da er sich ungeschickt
anstellte. Die beiden standen ein paar Minuten herum, dann nahm
der Dragon Master seine Drachenmaske ab und offenbarte, dass
er... eine Totenschädelmaske darunter trug. Manchmal fragt
man sich, was die Booker in Memphis jeden Tag rauchten... |
Eddie Boulder
Schätzungsweise hat niemand in der Geschichte des Pro Wrestlings
so sehr von einer Freundschaft profitiert wie Ed Leslie. Seit
Mitte der Achtziger sah man ihn immer an einer Seite mit seinem
guten Kumpel Hulk Hogan, erst in der WWF, später in der
WCW.
Ihr wollt die Wahrheit wissen? Er klebte ihm sogar schon viel
länger an der Backe! In der Zeit vor Hulkamania probierte
der Hulkster eine ganze Reihe Gimmicks aus, so zum Beispiel Terry
"The Hulk" Boulder und Sterling Golden. Zu einem Zeitpunkt,
als er eines dieser Gimmicks nutzte, tauchte Ed als Hogans "Bruder"
auf. Eddie Boulder. Eddie Golden. Dizzy Golden. Der Name spielte
keine Rolle. Alles was zählte war, dass Leslie einen Job
hatte. Lustigerweise hatte der Mann, dessen Gimmick zwischenzeitlich
das eines Friseurs war, NIE einen vernünftigen Haarschnitt.
Insgesamt war dieses Gimmick hier jedoch noch um Längen
besser als das Zodiac-Gimmick. |
Eli the Eliminator *
Eli the Eliminator ist nicht wirklich ein "Gimmick",
dass man mit solchen wie Doink oder Giant Gonzales vergleichen
kann. Abgesehen von dem definitiv dummen Namen war Eli im Grunde
so etwas wie ein Badass, man könnte ihn als Prototypen für
Bradshaws späteren Charakter bezeichnen. Warum also ist
Eli in dieser Rubrik? Ganz einfach: zum einen weil er auch auf
anderen Seiten, die sich mit Gimmick-Müll beschäftigen,
aufgelistet ist. Zum anderen, weil auch die grünen Wrestlingfans
von heute mal den Namen dieses Old School - Typen gehört
haben sollten.
Eli trat in der UWF von Bill Watts an und bei World Class, wo
er Teil von General Skandar Akbars "Devastation Inc."
war. Zuvor war Eli, im richtigen Leben John Richmand, als Mad
Maxx unterwegs. Nicht zu verwechseln mit Madd Maxx, der ein paar
Seiten weiter hinten auf dem Gimmick-Schrottplatz zu finden ist.
Gemeinsam mit Super Maxx (Sam Decero) bildete er die Maxx Brothers,
ein Road Warriors Rip-Off in der AWA. In der Independent-Szene
von heute existiert ein neuer Eli the Eliminator, er hat mit
dem Original jedoch nichts zu tun. |
Erik Watts
Vetternwirtschaft ist schon seit Ewigkeiten Teil der Wrestling-Tradition.
Niemand kann dem widersprechen. Die von Erichs waren die Stars
bei World Class, da ihr Vater derjenige war, der in der Liga
den Joint herumreichte. Das gleiche galt für die Harts bei
Stampede. Und Stephanie McMahon verursacht bei World Wrestling
Entertainment das gleiche. Manchmal, wie bei den Harts und den
von Erichs, ist die Vetternwirtschaft durch das Talent der Betroffenen
akzeptabel. Im Falle von Erik Watts jedoch nicht.
Man kann über den Menschen Erik Watts nichts schlechtes
sagen. Über Erik Watts, den Wrestler, kann man jedoch kaum
ein gutes Wort verlieren. Als Sohn des legendären Wrestlers
und Promoters "Cowboy" Bill Watts bekam Erik seine
große Chance bei der WCW, als diese geleitet wurde von...
yep, vom lieben Daddy. Erik spielte die Vorreiterrolle für
"Blue Chipper" Rocky Maivia. Er wurde als DER kommende
Superstar bezeichnet. Er gewann alle möglichen "Rookie
of the year" - Awards. Und er konnte so gut wrestlen wie
ein Sack Reis. Oder ein Sack Mehl, jedem das seine. Die Fans
sahen von Anfang an, dass Papi seinen lieben Sohnemann pushte.
Und sie sahen, was Erik war: ein Kindchen mit ein wenig Potential
und ohne Training. Hätte man ihn erstmal durch die Independent-Ligen
tingeln lassen und ihn dort ein paar Erfahrungen sammeln lassen,
dann wäre aus ihm was geworden. Aber ihn direkt so früh
und so schnell zu pushen liess doch stark an den Prioritäten
des Cowboys zweifeln. Nachdem er den Fans zum Halse heraushing,
verschwand Erik wieder. Er tauchte später in der WWF auf
und bildete mit Chad Fortune das Tekno Team 2000. Dieses Team
hielt für etwa fünf Minuten, dann schickte man es nach
Memphis. Erik kehrte für kurze Zeit zur WCW zurück,
dann war er ein oder zwei Tage lang bei der ECW. Wer weiss, vielleicht
wird Erik eines Tages mit mehr Erfahrung ein Star sein. Vielleicht
folgt er Maivia und straft seine Kritiker Lügen. Bis dahin
bleibt er in den Köpfen der Fans als Beispiel für Vetternwirtschaft
im professionellen Wrestling erhalten. |
Evil Dead
Stellen wir uns mal vor, wir sind die Besitzer einer neuen Wrestling-Company.
Stellen wir uns vor, wir und unser Partner booken uns selber
zum Gewinn der Tag Team Titel. Und stellen wir uns vor, wir geben
jeder Person, die wir aus dem Non Wrestling-Unternehmen, das
wir auch besitzen, Titleshots in unserer Liga. Aufhören
mit Vorstellen, das hat alles schon jemand gemacht!
Nachdem sie aus der ECW, der WWF und der WCW rausgeflogen waren,
entschieden sich Shaggy 2 Dope und Violent J, besser bekannt
als die Insane Clown Posse, eine eigene Liga aufzumachen. Das
brachte ein paar Probleme mit sich. Das erste war, dass sich
nur ein paar bekannte Namen zusammenfanden, um bei der Debütshow
aufzutreten. Die meisten von ihnen wie zum Beispiel der Iron
Sheik und der Rock & Roll Express hatten dabei ihren Zenit
schon lange überschritten. Um das zu kompensieren steckte
die ICP einfach eine Reihe ihrer Bekannten in den Ring. Einer
davon wurde der erste JCW Champion. Um es genau zu nehmen Violent
J's Bruder Jumpsteady. Oder wie er sich im Ring nannte: Evil
Dead.
Evil Dead wurde als Toter angekündigt. Er tat nicht viel.
Er musste zum Ring gebracht werden und auch wieder von dort geholt
werden. Wäre dieser Typ größer gewesen und hätte
er auch nur ansatzweise offensive Aktionen gezeigt, hätte
man ihn mit den Monsterheels der Siebziger und Achtziger vergleichen
können. So aber war er nur der Bruder des Besitzers, der
den Champion spielte. Die Champions anderer Federations werden
aus Angst vor ihm mit den Zähnen geklappert haben.
Eine interessante Sache an der Situation war die, dass die ICP
in ihren Shows Kayfabe brachen, noch bevor sich Vince Russo darin
versuchte. Sie zeigten Backstage- und In-Ring - Promos, in denen
sie allen sagten, dass sie sich selber pushten. Das beinhaltete
natürlich auch den Push von Evil Dead. Evil Dead sollte
einen einmaligen Auftritt bei der WCW haben und dort den JCW
Titel an Vampiro weiterreichen, zum Glück entschied man
sich vorher gegen diese Idee. |
"Exotic" Adrian Street
*
Eine der verwunderlichsten Sachen im Wrestlingbusiness ist die,
dass die Männer, die schwule oder feminine Gimmicks bekamen,
meist eigentlich zu den größten S.O.B.s überhaupt
gehörten. "Adorable" Adrian Adonis. Dustin "Goldust"
Runnells. "Gorgeous" George Wagner. Und dann war da
"Exotic" Adrian Street. Pfund für Pfund sahen
ihn seine langjährigen Fans als einen der stärksten
und brutalsten Männer aller Zeiten in diesem Sport an. Man
denke nur daran, wie er Randy Savage vermöbelte.
Street machte dann eine 180 Grad - Wendung. Diese Gesichtsbemalung.
Dieser Glitter. Dieses S&M-Leder. Adrian Street ist zurecht
eine Legende in diesem Sport, und es gehörte eine Masse
an Talent und Fähigkeiten dazu, dieses Gimmick zum Funktionieren
zu bringen. Und das schaffte er bravourös. Streets Promos
sind legendär, besonders seine Musikvideos. "I'm in
love with me," "There's something very strange about
a Cowboy" und "Imagine what I could do to you"
gehören zu den lustigsten Clips, die je bei Wrestlingshows
gezeigt wurden. Street hatte die Angewohnheit, seine Gegner "Gwendolyn"
zu nennen. Er stolzierte im Ring umher. Er machte sich über
sich selber lustig. Er spielte den Dummkopf. Und dann versohlte
er seinen Gegnern den Hintern, so dass sie nicht mehr wussten,
wo oben und wo unten war. Typen wie Lenny Lane und Lazz werden
sich wünschen, der "Exotic One" gewesen zu sein. |
Faraon Zaruxx
Verdammt! Eine weitere wrestlende Mumie!
Nun, viel kann man nicht über diesen Typen sagen. Alles,
was man in Erfahrung bringen kann ist folgendes: er arbeitet
für die IWA Puerto Rico. Er hielt dort ein paar Titel. Und
er ist eine verdammte Mumie! Ist das etwa nicht genug!? Nun gut,
vielleicht nicht. Wer mehr darüber weiß, kann uns
gerne ein paar weitere Informationen schicken, die wir dann hier
als unsere eigene Recherche verkaufen werden. |
Filthy the Clown
Man könnte meinen, Filthy hier hätte ein Bild aus dem
Buch von Doink herausgerissen und sein Gimmick daraus abgeleitet.
Oder aus einem von der Insane Clown Posse. Jedenfalls zeigte
er den Fans in Ohio, warum wir alle Clowns fürchten sollten.
Seine Hosen hingen immer auf halb acht. Und genau wie Steve Austin
und der Sandman trank er Bier in den Shows. Es wäre interessant
zu wissen, ob man den Typen für Geburtstagsparties engagieren
kann, wäre sicher lustig. |
Flash Funk
Der Godfather war nicht der erste Zuhälter, der in der WWF
auftauchte. Vor ihm gab es... naja, es gab Slick, und zwischen
den beiden gab es einen Typen namens Flash Funk. Wie alle Wrestler
der WWF in der ersten Hälfte der Neunziger machte Flash
nicht genug Geld in McMahonland, deswegen nahm er sich einen
Zweitjob. Die meisten Leute sagen, Terry Taylors Transformation
zum Red Rooster leitete seine Karriere in eine negative Richtung,
aus der es keinen Ausweg mehr gab. Für Flash gilt das gleiche,
wenn auch nur in der WWF.
Bevor Flash Funk, mit richtigem Namen Charles Skaggs, bei Titan
Sports unterzeichnete, war er den ECW- und WCW-Fans als Too Cold
Scorpio bekannt, einer der besten Highflyer dieses Planeten.
Als er zur WWF kam schien sein Talent nach Meinung der Offiziellen
nicht mehr auszureichen, deshalb gab man ihm ein buntes Outfit
und einen blöden Hut. Und man versuchte, diesen Zuhälter
als Babyface zu verkaufen. Das Gimmick scheiterte fürchterlich,
und die WWF machte aus Flash schnell wieder Scorpio. Doch das
war zu spät, Skaggs konnte keinen Fuß mehr in der
Liga fassen und wurde wenig später entlassen. |
Francis "Crybaby" Buxton
*
Im Wrestling gab es immer einen gewissen Anteil an Muttersöhnchen.
Man denke nur an Jim Cornette und Crybaby Cannon. Auch in der
GWF tauchte ein solches Gimmick auf, nämlich "Crybaby"
Buxton. Der Name stammte aus dem Film "Pee Wee's Big Adventure".
Nun, Francis nannte sich nicht selber "Crybaby", und
er korrigierte jeden, der ihn so nannte. Im Ring verhielt er
sich dann trotzdem so, als sei er Mammis kleiner Heavyweight
Champion. Buxton überlebte genau wie der Rest der GWF nicht
sehr lang und verschwand kurz danach. Francis eröffnete
unter dem Namen Lolly Dude einen Pizzaladen in Mississippi, und
er begann Wrestlingshows zu promoten. Die wohl berühmteste
war eine der Shows der World Wrestling Alliance. Optisch kann
man den Buxton von damals kaum noch erkennen. |
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